Vortrag: Haus Rissen

Allergien
Allergien dürften im letzten Jahrhundert die höchste Zuwachsrate gehabt haben. Während im 19. Jahrhundert Allergie noch fast unbekannt waren und nur ganz vereinzelt als exotische Erkrankungen erwähnt werden, stiegen vor allem nach dem 2. Weltkrieg die Allergien fast exponentiell an. Vor etwa 50 Jahren zeigten nur etwa 1 % allergische Erscheinungen. Schätzungsweise sind heute 30-40% aller Bewohner der Industriestaaten gegenüber irgendwelchen Stoffen allergisch . Laut Hamburger Abendblatt vom 2.5.00 ist jeder dritte Hamburger allergisch. Dabei ist kaum ein Unterschied zwischen Kindern und Erwachsenen. Ist die Ursache eine bessere Routinediagnostik oder gibt es andere Gründe?
Als Ursachen werden i.a. Umweltbelastungen angeschuldigt, z.B. Belastung mit Schadstoffen, saurem Regen, Elektrosmog, Luftverschmutzung etc. . Andererseits ist beispielsweise das Ruhrgebiet immer schadstoffärmer geworden, ohne daß sich deswegen Pollinose oder andere Allergosen vermindern. Rein mechanische Statistiken ergeben eine hohe Korrelation zwischen der Allergiezunahme und beispielsweise folgenden Faktoren: Arzt insbesondere Kinderarztdichte, Medikamentenverbrauch, Impfhäufigkeit, Penicillinverbrauch aber auch einer zunehmenden Sauberkeit. Während manche Autoren davon ausgehen, daß Umweltbelastungen allergenfördernd sind, wird in neuerer Zeit beklagt, daß Kinder zu wenig Möglichkeit haben mit Dreck in Berührung zu kommen, um Ihr Immunsystem zu trainieren. Dafür spricht , daß Kindern aus niederen sozialen Schichten oder Landbevölkerung weniger Allergien haben als Kinder aus höheren Schichten oder Großstadt. Es könnte aber auch sein, daß Kinder aus höheren sozialen Schichten ärztlich besser versorgt sind, was bekannterweise nicht immer förderlich für die Gesundheit ist. Letzten Endes hilft das alles für den eingetretenen Krankheitsfall nicht weiter. Wenn man aber davon ausgeht, daß Allergien einfach der Ausdruck eines zu scharf eingestellten immunologischen Alarmsystems ist, welches schon dann Alarm schlägt, z.B. bei Pollen, wenn noch gar kein gefährlicher Anlaß besteht, so ist es sicherlich berechtigt alle Maßnahmen, mit denen ins Immunsystem eingegriffen wird, kritisch zu hinterfragen. Jede Impfung, vor allem parenterale, ist ein Stoß ins Immunsystem. Es gibt Einzelfälle in der Literatur wonach vom Auftreten einer Pollinose nach Tetanusimpfung berichtet wird. Jedes Antibioticum, jedes Fiebermittel bringt Unruhe ins immunologische System. Da der Löwenanteil des Immunsystems in Form der Darmmandeln (Peyerschen Plaques) im Darmsystem lokalisiert ist, scheint auch klar, daß jede Darmschädigung das Immunsystem ungünstig beeinflußt. Darmschädigungen erfolgen vor allem durch Antibiotica. Da sich Allergien nicht nur auf die Haut sowie die HNO und Augenschleimhaut beziehen, ist klar, daß auch Nahrungsmittelallergien bzw. Unverträglichkeiten einzubeziehen sind. Viele Heuschnupfenpatienten sind z.B. gegen Nüsse allergisch. Hier steckt auch schon eine therapeutische Idee. Den Pollen kann man nicht aus dem Weg gehen, Nahrungsmittel, gegen die eine Allergie besteht schon und damit gewissermaßen entlasten. Tückischerweise meinen manche, daß sie gegen ein bestimmtes Nahrungsmittel allergisch sind, sind aber in Wirklichkeit gegen die Verunreinigung mit Schimmelpilzen oder Kontamination mit Konservierungsmitteln allergisch. Bei Schimmelpilzallergien sollten auf Zimmerpflanzen und Luftbefeuchter verzichtet werden. meist ist eine Schimmelpilzallergie kombiniert mit Hausstaub - Milben - Pollen - Nahrungsmittelallergie. Ratschläge, die hier gegeben werden, sind meistens Matratzen und Kissensanierung, Luftreiniger, Staubvermeidung, Haustierwechsel. Beim Wechsel zu Fischen ist an Fischfutterallergien zu denken. Bei der Pollinose (= Heuschnupfen=) kann man schon ohne aufwendige Tests aus der jahreszeitlichen Maximalsymptomatik auf verdächtige Lebensmittel schließen.
Frühblüherpollinose: häufig Allergie oder Unverträglichkeit gegen Kernobst, Nüsse, Beeren, Trauben
Bei Gräserallergie ist häufig auch Nahrungsmittelallergie gegen Getreide im Spiel
Bei Spätpollinose (August/Sept) ist häufig Allergie gegen Wegerich, Beifuß und zahlreiche Gewürze wie Dill, Kümmel, Pfeffer etc. vorhanden
Diese einleitenden Betrachtungen deuten darauf hin, daß eine Allergie höchst komplex ist und damit auch nur ganzheitlich angehbar ist. Als Randbemerkung sei noch erwähnt, daß Allergien nicht nur an Haut und Schleimhäuten ihre Manifestation haben, diskutiert wird ja auch, daß Kopfschmerzen, Gereiztheit, Depressionen, Angstzustände, Konzentrationsverlust Hyperaktivität möglicherweise allergischer Genese sind. Möglicherweise sind weitere Manifestationsorgane Muskeln, Herz, Gelenke, Ohren, Urogenitaltract.
Diskutierte Faktoren für Allergien
(Motto: alles was den Menschen schwächt bereitet den Boden für Allergien)
Amalgam
Wohngifte (Formaldehyd, Holzschutzgifte)
Pestizide
Geopathische Faktoren
Elektrosmog
Reizdarm durch falsches Essen
Überwucherung der Darmflora durch Pilze
Darmlecks
Impfungen
Vitaminmangel
Psychische Faktoren
Störungen des Mineralstoffhaushaltes
Schulmedizinische Therapien
Antihistaminika
Cromoglicinsäure (topisch und enteral)
Beta - mimetica bei asthmoiden Begleitzuständen
Corticoide
Desensibilisierung
Calcium parenteral und enteral
Naturheilkundliche Behandlungsmethoden von Allergien insbes. Pollinose
Medikamentös:
Homöopathie: Luffa, Galphimia, Konstitutionsmittel, prophylaktisch evt. Blütenpollen D6, Okoubaka, Aethusa
Phytotherapie: Pollenpräparate wie Polysynergen, Pollinosekapseln, Alvitan, Honig, Bienenwabenkauen
Anthroposophie: Gencydo
Meist reicht eine naturheilkundlich medikamentöse Behandlung auf die Allergie bezogen nicht aus. Behandelt werden muß das gesamte Immunsystem, wozu eben der Darm gehört. Eine Behandlung der Darmflora ist im allgemeinen nötig.Die rein auf Allergie bezogene biologische Medikation hat lediglich den Vorteil, daß sie Beschwerden ohne allzu viel Nebvenwirkungen lindern kann. Deswegen haben sich in den letzten Jahrzehnten folgende flankierende Methoden entwickelt.
Nicht Medikamentöse biologische Methoden
Akupunktur: meist Punkte des Dickdarmmeridians
Theurersche Gegensensibilisierung (Allergostop I) , Eigenblutbehandlungen
Magnetfeldbehandlungen
Sauerstoffbehandlung nach Regelsberger
Bicombehandlung, Bioresonanzbehandlung
Diätetik Weglassen von Milch, Reduktion von tierischem Eiweiß
Darmsanierung
Neuraltherapie: bei asthmoiden Zuständen z.B. Quaddelung von Cupridium evt. auch nur Ameisensäure
Nahrungsmittelallergien/-Unverträglichkeiten
Die phylogenetisch früheste Manifestation zeigt sich oft beim sogenannten Milchschorf. Historisch gesehen geht die Entdeckung der Nahrungsmittelallergien auf das Jahr 1920 zurück, wenn man von einer in der Medizinhistorie beschriebenen Erdbeerallergie im Mittelalter absieht. Der Medizinstudent Rinkel aus Arkansas bekam jede Woche von seinem Vater 12 Dutzend Eier geschenkt. Nach einiger Zeit bekam Rinkel einen therapieresistenten Dauerschnupfen und griff zum Selbstversuch. Er nahm sechs rohe Eier ohne Reaktion zu sich, anschließend lebte er 5 Tage total hühnereiweißfrei. Am 6 Tag nahm er etwas Hühnereiweiß zu sich und reagierte in der heutigen Sprache anaphylaktoid. Dies führte zur Erkenntnis der chronischen Nahrungsmittelallergie im Gegensatz zur akuten z.B. Erdbeerallergie. Bei der ersteren verlangt der Körper paradoxerweise ständig das allergogene Nahrungsmittel fast suchtartig. Ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen Beschwerden und Nahrungsmittelallergie ist meist schwer zu erkennen.
Der amerikanische Arzt Mackarness hat fünf Leitsymptome für das Vorliegen einer chronischen Nahrungsmittelallergie entwickelt, beim Vorkommen von mindestens zweien liegt eine gewisse Wahrscheinlichkeit vor.
1. Chronische Müdigkeit trotz ausreichenden Schlafes
2. Gewichtsprobleme ohne andere Erklärung
3. Schwellungen (Augen und Umgebung), geschwollene Gliedmaßen, Blähungen
4. erhöhter Pulsschlag, vor allem nach den Mahlzeiten
5. übermäßiges Schwitzen ohne körperliche Anstrengung
Diagnostische Möglichkeiten bei Verdacht auf Nahrungsmittelallergien
1. Intracutantest, Epicutantest
2. Zungentest (sublinguale Applikation, Pulsmessung 10 Min. danach)
3. Atemtests
4. IgG Elisatest
5. IGE RAST Test
6. Elektroakupunktur und Kinesiologie
7. Coca test (vw. 2.)
Nahrungsmittelfamilien
Wichtig ist auch zu beachten, daß Nahrungsmittel in Familien vorkommen, z.B. Doldengewächse ( Anis Fenchel, Karotten, Sellerie, Petersilie etc.), Kreuzblütler ( Blumenkohl, Broccoli, Kohl, Rettich etc.), Lippenblütler ( Basilikum, Lavendel, Majoran, Salbei etc.), Schmetterlingsblütler ( Bohnen, Linsen, Erdnüsse, Erbsen etc.)
Therapeutische Möglichkeiten bei Lebensmittelallergosen
1. Cromoglicinsäure enteral (Colimmune, Pentatop)
2. Auslaßdiät, Aufbaudiät, Rotationsdiät
3. Homöopathie
4. Symbioselenkung z.B. Biocult comp.
5. Antioxidantien (Vitamin C, Selen , Vitamin E)
6. Übersäuerungstherapie, falls indiziert
7. vegetative Umstimmung mit Magnetfeldbehandlung

 

Med. Verfahren Psychotherapie Homoeopathie Krankheitsbilder
Infos Medizin Texte Naturheilv. Texte Medizin Tips Medizin
Infos nuetzl. Adressen Ärzte Arztsuche